Zur Geschichte der beiden Rassen
Die Geschichte von
Hunderassen ist in den meisten Fällen nur lückenhaft und weniger
sorgfältig dokumentiert als in anderen Bereichen. So ist zu erklären,
dass unser heutiges Wissen über die Entstehungsgeschichte der Basset
Griffon Vendéens, einer noch dazu sehr kleinen und kaum bekannten
französischen Jagdhundrasse, selbst alles andere als "reinrassig" ist.
Es ist eine bunte Mischung aus gesicherten Fakten etwa der letzten
hundert Jahre auf der einen Seite und andrerseits oft nur mündlich
überlieferten Spekulationen und teils widersprüchlichen Theorien, die
bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
Als gesichert kann jedoch
gelten, dass in den Würfen zahlreicher alter französischer
Jagdhundrassen seit dem Mittelalter neben den normal großen,
langbeinigen Tieren immer wieder auch Welpen mit kurzen Beinen,
ansonsten aber identischen Merkmalen vorkamen. Diese niederläufigen
Varianten wurden etwa ab dem 15. Jahrhundert ausdrücklich als "Bassets"
bezeichnet, darüber hinaus aber noch kaum beachtet. Erst mit dem
Kleinerwerden der französischen Jagdreviere im Gefolge des Untergangs
des Feudalismus wurde die besondere Eignung der Bassets für die
weniger raumgreifende und langsamere Jagd zu Fuß erkannt. Deshalb
beginnt gegen Ende des 19. Jahrhunderts die gezielte Auslese der Basset
Griffon Vendéens, verbunden mit den großen Züchternamen Comte d'Elva
und Paul Dezamy. Mit der Gründung des ersten Rasseclubs für Griffon
Vendéens 1907 beginnt die geregelte Zucht der beiden niederläufigen
Rassen Petit Basset Griffon Vendéen und Grand Basset Griffon Vendéen,
die seit den siebziger Jahren auch im FCI-Standard unterschieden
werden.
Seit 1990 gibt es in Deutschland mit unserem Club Basset Griffon Vendéen einen Spezialclub für beide Rassen.